
A SENSORY HOUSE
Oberlichter lassen Sonne und Regen hereinströmen. Vogelgesang und der Tanz des Regens tragen den Rhythmus der Natur durch Schatten und Adern ins Haus. Die Weite tritt hervor, echte Materialien leuchten, eine nahtlose Verbindung, erdig und erhaben zugleich.
Die Einsamkeit flüstert, die Harmonie singt, in diesem Haus, in dem die Natur sanft aufblüht. Einst ein gewöhnliches Eckreihenhaus aus den 1970er-Jahren mit flacher Decke und abgetrennten Zimmern, blieb dieses Haus trotz seines verborgenen Potenzials lange unbeachtet.
Durch eine gründliche Untersuchung seiner Tragstruktur und seiner Umgebung wollte das Projekt ein ganzheitliches sinnliches Erlebnis fassen und zugleich den Charakter des Hauses und seinen Einklang mit dem Umfeld freilegen.
Der erste Ansatz gilt der vorhandenen großen Grundfläche und der neun Meter breiten Front. Mit dem Entfernen der Innenwände gewinnt der Raum eine neue Offenheit, und die zuvor unbemerkte Weite des Hauses wird erlebbar. Die alten Frontwände wurden für einen weiten Ausblick abgebrochen, wodurch die Grenze zwischen innen und außen bewusst verschwimmt und der natürliche Anblick des 80 Jahre alten Bodhibaums neben dem Haus bis in dessen Mitte einzieht.
Angesichts der erheblichen Tiefe und Länge des Hauses wurde ein linearer Abschnitt des Ziegeldachs durch Glasoberlichter ersetzt, damit das Innere natürlich gut belichtet ist. An Regentagen rinnen die Tropfen über das Oberlicht und werfen faszinierende Regenschatten ins Haus.
Durch den Entwurf steht das Haus nun in einer sinnlichen Verbindung mit der Natur und taucht in Umgebung und Wetter ein. So kann die Familie den Vogelgesang, das Rascheln der duftenden Blätter und das sich ausbreitende Sonnenlicht bis ins Haus hinein aufnehmen.
Wir haben den zuvor verborgenen, 4,5 Meter hohen Dachraum geöffnet und diesen vergessenen Leerraum in ein zweigeschossiges Raumerlebnis überführt. Diese Verwandlung zeigt die volumetrische Schönheit des Hauses. Zwei private Zonen sind entstanden.
Die erste ist ein privates Zwischengeschoss über der Küche, das aus dem zweigeschossigen Raum hervorgeht und es erlaubt, inmitten der Weite des offenen Raums die Zurückgezogenheit zu genießen. Die zweite private Zone entstand für die Schlafzimmer.
Inspiriert vom traditionellen japanischen Grundriss, in dem i-ma, die private Zone, und kyaku, die öffentliche Zone, durch einen mittigen Flur in zwei Bereiche geteilt werden, kann sich der öffentliche Bereich weit öffnen, ohne die nötige Zurückgezogenheit der privaten Räume zu beeinträchtigen.
Die besonderen Volumen und die Weite des Entwurfs schaffen Momente der Ruhe und bilden eine Bühne, um den reinen Ausdruck von Material und Ausstattung tiefer zu würdigen. Beton mit Holzstruktur, unbehandelte Steinhaut, reich gemasertes Furnier, Gletschermarmor, Kupfergeflecht und geschwungene Möbel können ihre Materialität nun im Raum zeigen.
Die zuvor verborgenen hölzernen Pfetten aus den 1970er-Jahren liegen heute frei und sind ein prägender, untrennbarer Teil des Entwurfs. Neue Metallstruktur und Treppen wurden bewusst roh und ohne Verkleidung belassen, um die eigene Schönheit der Materialien hervorzuheben.
Zusammengefasst vereint die Verwandlung dieses Hauses Offenheit, das lebendige Zusammenspiel der Volumen, die Wahrhaftigkeit des Materials und die Verbindung zur Natur, als Kräfte, die zu einer sinnlichen Wertschätzung des Raums führen.





